Am Gelde hängt's - wer ist bereit, ÖKOSTADT in Lychen finanziell zu fördern?

von Eckart Gowen, Potsdam

Eins ist geschafft - die ÖKOSTADT - Genossenschaft ist jetzt stolze "e.G." (eingetragene Genossenschaft) ohne das lästige Anhängsel "i.G." (in Gründung). Der Gründungsprozeß ist abgeschlossen; die Eintragung in das Genossenschaftsregister beim Amtsgericht (ein formaler, aber für die weitere Arbeit enorm wichtiger Schritt) ist erfolgt. Jetzt kann es in Lychen/Hohenlychen richtig losgehen, wenn ... u.a. weitere finanzielle Fragen geklärt werden können.

Wie auch immer das angestrebte ökologische Wohnen, Siedeln und Arbeiten in Lychen einmal aussehen wird - fest steht, daß finanzielle Mittel in erheblichem Umfang beschafft werden müssen.

Bankdarlehen werden erforderlich sein, und hierfür muß Eigenkapital als Sicherheit aufgebracht werden, selbst wenn es nach Bankmaßstäben nur um "Peanuts" geht. Eine Vorzugsbehandlung wie Immobilien- Glücksritter Jürgen Schneider wird uns wohl nicht zuteil werden. Die potentiellen Kreditgeber werden vielmehr kritisch prüfen, was an Substanz da ist oder auch nicht. Und "Banken bescheißen" (O-Ton Schneider) ist wohl nicht so unser Ding.

Je mehr Eigenkapital (z.B. Geschäftsanteile von alten und neuen Genossenschaftsmitgliedern) vorhanden ist, umso eher sind Banken bereit, Kredite zu geben - das gilt selbstverständlich auch für prinzipiell "freundlich gesonnene" Geldinstitute wie die Ökobank, die GLS-Bank oder auch die Volksbank Uckermark.

Auch wenn allgemein sicherlich Konsens darüber besteht, daß eher einfache Lösungen und kostensparendes Bauen bei möglichst hoher Eigenleistung angestrebt werden sollten - die hohen ökologischen Ansprüche, die an ein ÖKOSTADT-Siedlungsprojekt zu stellen sind, müssen auch in die Tat umgesetzt werden. Manches davon wird "richtig Geld kosten"; nicht alles wird sich durch Fördermittel (was auch wiederum einen Eigenanteil voraussetzt) finanzieren lassen.

Nicht nur aus finanziellen, sondern auch aus ideellen Erwägungen heraus wäre es wünschenswert, daß sich möglichst viele Vereinsmitglieder auch mit Geld beteiligen - sei es durch zinsgünstige (oder zinslose) Darlehen, Spenden oder auch Genossenschaftsanteile.

Je mehr Eigenmittel wir aufbringen, umso weniger Fremdkapital muß in Anspruch genommen werden. Aber nicht nur das: wer sich finanziell engagiert, identifiziert sich auch mit dem Projekt ÖKOSTADT und trägt tatkräftig zu seiner Realisierung bei - natürlich wünschen wir Genossenschafter uns, daß möglichst viele Vereinsmitglieder dies tun.

Die wenigsten von uns werden finanziell auf Rosen gebettet sein. Aber vielleicht denkt doch der/die eine oder andere über sinnvolle Geldanlagemöglichkeiten nach? Besonders wirkungsvoll ist es, Geld direkt in ein bestimmtes Projekt zu investieren und nicht den "Umweg" über Geldanlagen bei ökologisch orientierten Banken, ökologischen Aktienfonds oder ähnlichem zu wählen.

(Max Deml, Jutta Gelbrich, Kirsten Prinz: "Rendite ohne Reue", vgl. S. 115)

Dem Projekt ÖKOSTADT in Lychen kommt besonders der Erwerb von Genossenschaftsanteilen zugute, da dies die Eigenmittel der Geno erhöht. Wer sich entschließt (wie der Verfasser dieser Zeilen), Genossenschaftsmitglied zu werden, muß nicht etwa befürchten, gegen seinen Willen zu Bauarbeiten o.ä. verpflichtet zu werden, auch wenn solche Leistungen natürlich willkommen sind. Wer an Geno-Versammlungen nicht teilnehmen kann oder will, kann sich vertreten lassen. Das neue Geno-Mitglied hat im wesentlichen "nur" die Pflicht, seine Geschäftsanteile einzuzahlen (Mindesteinlage: 2.500 DM).

Auch wer noch nicht weiß, ob er/sie jemals zu den Siedlern in Lychen zählen wird, kann das Projekt als Genossenschaftsmitglied unterstützen.

Das eingezahlte Geld ist auch nicht etwa "verloren", die Mitgliedschaft kann laut Satzung mit zweijähriger Frist gekündigt werden. Die eingezahlte Summe muß dann wieder ausgezahlt werden.

Natürlich sind auch zinsgünstige oder zinslose Darlehen von Vereinsmitgliedern und Sympathisanten hochwillkommen - leider gelten Darlehen jedoch nicht als Eigenmittel der Geno und können damit nicht als Sicherheit für Bankkredite dienen.

Auch wer für den Verein spendet, tut Gutes und unterstützt damit z.B. die Öffentlichkeitsarbeit, die der Verein auch für die Genossenschaft leistet (z.B. durch die Herausgabe der ÖN).

Spenden an den Verein sind steuerlich absetzbar, da er als gemeinnützig anerkannt ist. Dem Spender wird also ein erheblicher Teil des Betrages vom Finanzamt erstattet.

Wer sich näher über ökologische Geldanlagemöglichkeiten informieren will, dem sei das Buch Max Deml, Jutta Gelbrich, Kirsten Prinz: Rendite ohne Reue, Eichborn Verlag, Frankfurt/M. 1996, TB, 235 Seiten, 29,80 DM, ISBN 3821813830 empfohlen. Es kann auch von mir ausgeliehen werden.



zuletzt aktualisiert am 5. 5. 1998   -   © ÖKOSTADT e. V. ÖKOSTADT-Nachrichten